Sieht so aus, als gäbe es die PlayStation 2 noch eine Weile, zumindest lässt sich Sony nicht lumpen, seinen Anhängern noch das eine oder andere lohnenswerte Spiel vorzusetzen. Zugleich darf man wohl damit rechnen, dass in Zukunft noch diverse ehemals exklusive PSP-Titel für die alteingediente PS2 umgesetzt werden und deren Lebenszyklus damit noch etwas verlängert wird.
Odin Sphere ist eine Art 2D-Beat em Up mit Rollenspielelementen. Es ist deutlich komplexer als herkömmliche Prügel-Sidescroller, erreicht aber nicht die spielerische Tiefe eines richtigen Rollenspiels. Bei der Präsentation sticht es in erster Linie durch die handgezeichnete 2D-Grafik hervor. Entsprechend wird natürlich auch auf zweidimensionaler Ebene gespielt und zwar aus der Seitenansicht. Man läuft und springt vor schönen Hintergründen durch ringförmig geschlossene Areale, verprügelt dort alle Monster und sammelt alle heruntergefallenen und herumliegenden Gegenstände auf und verlässt das Gebiet schliesslich durch einen oder mehrere Ausgänge (mit leider etwas hohen Ladezeiten dazwischen).
Hübsch ...
Hat man die Karte des derzeitigen Gebiets gefunden, kann man auch erkennen, wohin man als nächstes kommt und was dort in etwa auf den Spieler wartet. Die verschiedenen Abschnitte sind netzartig verbunden, so dass man sich beispielsweise auch eine direktere Route zu den verschiedenen Endgegnern bahnen kann, wenn man denkt, dass man sich das Aufleveln in anderen Abschnitten sparen möchten. Dennoch ist der Spielverlauf nicht zu vergleichen mit richtigen Rollenspielen, da es bei Odin Sphere doch deutlich linearer hergeht und weitaus weniger Augenmerk auf das Erkunden und Erforschen der Umgebung gelegt wird.
Zwischendurch treiben im selben Stil wie das restliche Spiel gehaltene Zwischensequenzen die Story voran und punkten vor allem durch die gute englische (oder wahlweise auch japanische) Sprachausgabe. Die Story selber ist zumindest für nicht JRPG-Enthusiasten eher ein Kritikpunkt, denn etwas anderes als das üblich übertriebene und eher inhaltslose Geseier samt Teenie Drama bekommt man in Odin Sphere leider nicht zu hören.
Neues Rollenspiel-Futter für die PlayStation 2
So sind die eigentlichen Dialoge zum Grossteil komplett irrelevant für das Gameplay und wenn man nicht die Geduld aufbringt, sich letzten Endes überflüssiges Geschnatter anzuhören, ist man besser daran, sie zu überspringen. Ist ja nicht so, dass man sich die übliche Story im Verlaufe des Spiels nicht selber zusammenreimen könnte.
Die gelungene Präsentation aussen vor, hinterlässt das Gameplay von Odin Sphere einen etwas zwiespältigen Eindruck. Besonders tiefgängig ist das Ganze nämlich nicht und darüber können auch die RPG-Elemente nicht hinwegtäuschen. In erster Linie ist Odin Sphere ein actionbetontes Prügelspiel, bei dem man seine Gegner mit einem beschränkten Repertoire an Angriffen die Energieleiste weghaut. Die Steuerung ist dabei etwas hakelig und lässt besonders in hektischen Situationen, in denen man von mehreren Gegnern angegriffen und schnell die Blickrichtung ändern muss, eine gewisse Leichtgängigkeit vermissen.