Lost


Erschien am 26. Februar 2008
Publisher: -
Entwickler: -
Details zum Spiel

Verschenktes Potenzial


Seite 1: Reif für die Insel?
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Wertung und Fazit

Ubisoft hat sich auf der technischen Ebene viel Mühe mit Lost gegeben. Die vermutlich teure Lizenz wollte man nicht leichtsinnig aufs Spiel setzen. Daher gibt es für die deutschen Zuseher der Serie gleich die passenden Synchronstimmen und die wurden zugleich professionell in das Spiel eingebunden. Auch bei der Modellierung der Charaktere hat man nichts dem Zufall überlassen.

Die Gesichter und die Bewegungen der Figuren wirken wie direkt aus der Serie übernommen. Bei der Umgebungsgrafik konnte man nur die Abwechslung bieten, die auch die Serie zulässt. Dafür ist das Dickicht des Dschungels sehr gut gelungen. Bäume und Gräser wirken lebendig und das Licht durch die Baumwipfel lässt eine Inselromantik aufkommen. Damit wurden die Stimmen, die Grafik und auch das Setting der Serie gut übernommen - da darf die Musik und die Soundeffekte nicht fehlen. Auch hier hat man ganze Arbeit geleistet und viel Bekanntes eingebaut. Was kann da noch schiefgehen?


Huch ... diese Höhle ist ja wirklich dunkel
Leider kann da noch einiges nicht perfekt ablaufen. Was nutzt die beste Technik und die schönste Background Story, wenn das Spielprinzip schwächelt. Bei dem Genre-Mix greift der Held häufig zu seiner Kamera. Selbst in den spielbaren Flashbacks nutzt er diese. Nur wenn er eine Szene perfekt aufnimmt, erhält er auch die passende Erinnerung zurück. Und das „Perfekt“ ist zugleich das große Problem. Auch wenn man durch die Hinweise schnell weiß was man ablichten soll, meckert das Spiel dauerhaft an Schärfe oder Bildausschnitt. Wer zwanzig Mal dieselbe Szene durchleben musste und immer wieder dasselbe Bild erzielen soll, wird schnell an Motivation verlieren.

Der nächste Kritikpunkt ist die enorme Linearität des Spiels. Obwohl man sehr viele Gespräche führt, beeinflusst der Spieler im Grunde nichts.


Elliot ist neu, wirkt aber leider etwas blass
Auch sind die Dialoge zu „gleich“. Elliot würde im richtigen Leben als Langweiler verschrien sein. Immer wieder spricht er die anderen Charaktere mit denselben Phrasen an.

Der größte Kritikpunkt bleibt aber, dass sich das Spiel nur an Fans richtet und dabei den Fans nur wenig bietet. Ohne die Serie gesehen zu haben, wird der Spieler viele Passagen nicht verstehen. Es bleibt dem Neuling oft ein Rätsel, warum gewisse Charaktere sich so außergewöhnlich verhalten. Auch ist der neue Charakter, der den Mehrwert für die Fans darstellt, blas. Damit ist weniger die Gesichtsfarbe gemeint, sondern die Entwicklung des Charakters. Eigentlich bezieht die Fernsehserie Lost genau daraus ihren Reiz.

Die Rätsel in dem Spiel sind alle sehr einfach gehalten und können von jedem Spieler in Windeseile gelöst werden. Leider wiederholen sich einige davon einfach zu häufig - und das bei einer Gesamtspielzeit von sechs Stunden. Danach ist mit Lost Schluss und damit man keine Lücke wie zwischen den Lost Staffeln hat, bekommt der Spieler ein „Ende“ vorgesetzt.


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Artikel von Jörg Schnettker, ©2008 psking.net
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