Vor rund 14 Monaten beglückte uns Capcom mit der Xbox 360 Version von Lost Planet. Einem extrem kurzweiligen Spiel mit reichlich was für die Augen und Ohren. Nachdem sich die PlayStation 3 mittlerweile ausreichend verkauft hat, scheint sich auch eine entsprechende Umsetzung für Capcom zu lohnen. Wer aber nun Verbesserungen erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein.
Lost Planet beginnt genauso bombastisch wie dramatisch. Ihr steuert den jungen Soldaten Wayne und befindet euch auf einer Expedition mit einigen Kameraden samt ihren Virtual Suits (kurz: VS), die nicht mehr, aber auch nicht weniger als Mech-Kampfboliden darstellen, wie man sie auf zahlreichen Anime- oder auch Spieleserien kennt. Zu dem kleinen Kampftrupp gesellt sich auch der eigene Vater, dem im Laufe der kurzen, aber spielbaren Einführung das Leben von einem überdimensionalen Wurm namens „Green Eye“ genommen wird. Während ihr selbst noch Glück im Unglück habt und fliehen könnt, fallen sämtliche Kameraden und ihr befindet euch zu Beginn von Mission 1 in einer fremden Station und lernt mit Yuri, Luka und Rick neue Freunde kennen. Inzwischen ist der „Everlorene Planetu“ allerdings überfüllt mit riesigen Insekten, sogenannten Akriden, die die Gegend unsicher machen. Im neuen Quartett gilt es also, ihnen die Stirn zu bieten, während Wayne selbst sich nur brückstückhaft an vergangene Tage erinnert.
Endlich auch für die PlayStation 3
Auch wenn ihr in einem vermeintlichen Vierertrupp auftretet, seid ihr in den insgesamt elf Missionen komplett auf euch allein gestellt. Stets startet ihr mit einem Maschinengewehr, zehn Granaten und eurem durchaus interessanten Kampfanzug. Da der komplette Planet, abgesehen von wenigen Höhlen, komplett vereist und verschneit erscheint, würden euch die immensen Minusgerade innerhalb kürzester Zeit in den Tod treiben. Und eben jene Rüstung hält euch kuschelig warm, verbraucht dafür allerdings auch Energie.
Jeder getötete Gegner hinterlässt eine orangefarbige, klebrige Masse, die ihr aufnehmen könnt und so euren Vorrat an Wärmeenergie auffüllt. Zunächst macht das Prinzip zwar den Anschein einer gewissen Hektik, da schließlich stets oben links auf dem Bildschirm ein Counter runterläuft, doch schnell werdet ihr merken, dass es nur in äußerst prekären Fällen nötig ist, euch zu beeilen. Praktischerweise füllt euer Kampfanzug auch eure Lebensanzeige, sobald ihr Treffer einstecken musstet.
Die Xbox 360 Version wirkt ausgereifter
Die Missionen laufen größtenteils nach demselben Schema ab. Nach einer kurzen Einführung werdet ihr auf die Gegner losgelassen und dürft bzw. müsst zuguterletzt einen großen Bossgegner, meist Mechs oder riesige Insekten, plätten. Und da dies nicht immer ohne Weiteres möglich ist, werdet ihr immer wieder auf stillgelegte Virtual Suits treffen, deren Feuerkraft ihr euch zunutze machen könnt.
Mit maximal zwei Waffen gleichzeitig, ob nun Gatling Gun, Raketenwerfer, EMP oder Schrotflinte, heizt ihr euren Gegenübern mächtig ein. Je nach Mech-Art verfügt ihr zusätzlich über besondere Fähigkeiten. Mit dem einen könnt ihr besonders hoch springen, mit dem nächsten kurz in der Luft schweben und dem dritten etwa sehr schnell ausweichen. Zwar ist die Steuerung etwas behäbig, doch genau so erwartet man es auch von einer solchen Kampfmaschine.