Was God of War auf der Playstation groß gemacht hat, führen die Entwickler auch auf der PSP konsequent fort. Gigantische Spielareale, mit unglaublicher Weitsicht, gepaart mit prunkvollen Bauten, Höhlen und Unterwasserwelten. Es ist wirklich unglaublich, was Ready At Dawn aus der PSP herauskitzeln. Ihr müsst Chains of Olympus live, in Farbe und bunt gesehen haben, da die Bilder die technische Brillanz nur ansatzweise wiederspiegeln können. Die monströsen Endgegner haben den Sprung auf die PSP leider nicht ganz geschafft.
Lediglich der Basilisk der Perser, den ihr im ersten Level bezwingen müsst, entspricht in Größe und Stärke denen der PS2. Somit haben die Entwickler ihr Wow-Potential recht schnell ausgeschöpft.
Er scheint zu gewinnen, aber es geht anders aus ...
Schade. Die restlichen Endgegner inklusive des letzten Oberfieslings sind zwar durchaus anspruchsvoll, sehen toll aus und wurden auch wunderschön animiert, sind aber eben nicht bildschirmfüllend und wirken dadurch nicht so beeindruckend. Wenn man mit den Entwicklern hart ins Gericht gehen will, dann kann man ihnen einen gewissen hang zur Einfallslosigkeit vorwerfen. Insbesondere beim Leveldesign hat die Kreativität ein wenig nachgelassen, da das letzte Drittel mit sich wiederholenden Levelpassagen aufwartet und kaum noch Abwechslung zu bieten hat. Aber warten wir ab, vielleicht haben sich Ready At Dawn die guten Ideen für God of War 3 aufgehoben. Ansonsten steht die PSP grafisch dem großen Bruder in nichts nach.
Spielerisch läuft ebenfalls alles nach dem schon bekannten Muster. Kratos haut seine Gegner schonungslos zu Brei. Erst wird getötet und dann gefragt. Dass dabei der rote Lebenssaft in Strömen fließt gehört zum Programm.
Was will denn der Kerl mit der großen Keule?
Doch auf der PSP wurde das Zerstückeln und Gliedmaße Abreißen ein wenig zurückgefahren, was aber nicht bedeutet, dass weniger Blut fließt. Denn mit Brutalität wird nicht gegeizt. Genauso verhält es sich mit den Rätsel- und Puzzleeinlagen, die erheblich reduziert wurden, wodurch der Actionanteil deutlich zugenommen hat. Im Prinzip nicht schlecht, doch hätte ich mir mehr Aufgaben gewünscht, die meinen Gehirnschmalz gefordert hätten, als das bekannte Kisten herumschieben, oder Schalter umlegen. Reduziert wurde auch die Spieldauer, die bei rund fünf bis sechs Stunden liegt. Wenn ihr nicht gerade nonstop zocken wollt, habt ihr Chains of Olympus locker an zwei Tagen durch.
Beim Soundtrack zeigen die Entwickler hingegen keine Blöße. Auch auf Sonys Handheld verzaubert der imposante Musikscore euer Gehör, der sich durchaus mit aufwändigen Hollywoodproduktionen eines Hans Zimmer messen kann. Um in den vollen Genuss des Soundtracks zu kommen solltet ihr aber mit guten Kopfhörern spielen, da die Fitzellautsprecher der PSP dem erstklassigen Sound nicht gerecht werden können. Wenn sich Kratos’ Lebensenergie dem Ende zuneigt, hört ihr mit Kopfhörern seinen Herzschlag.
Je weniger Energie euer Charakter hat, desto schnelle schlägt sein Herz. Mit den Lautsprechern der PSP entgeht euch diese kleine aber feine Detail. Genauso gehen viele der klassischen Instrumente sang und klanglos unter und können nicht ihr klangliches Potential entfalten.